- ABLAUF DER KOJ®GEHÖRTHERAPIE
- Phase A - Gehörtraining
- Phase B - Gehöradaption
- Phase C - Gehörstabilisierung
- TRAININGSBEGINN · GT12. Termin · Zeitbedarf: 1,5h
- Termin vorbereiten
- GA rekapitulieren und Termin einleiten
- Gehörtrainer kalibrieren
- Anpassung
- Phonem-Messung
- Gehörtraining erläutern
- Trainingshörsysteme erläutern
- Hörziele thematisieren
- Dokumentation
- ✆ Nachsorge Anruf · 24h-Call Nach jedem Anpasstermin · Zeitbedarf: 0,05h
- Rufen Sie an...
- TRAININGSANFANG · GT23. Termin · Zeitbedarf: 0,5-0,75h
- Termin einleiten
- Erfahrungsaustausch
- Hörziele
- Phonem-Messung
- Wechsel des Hörgerätes
- Trainingsmotivation
- Dokumentation
- TRAININGSMITTE · GT34. Termin · Zeitbedarf: 1h
- Termin analog zu T2 vorbereiten
- Vergleichsanpassung
- Vorbereitung GT3
- Abschlussmotivation
- Abschluss vorbereiten
- TRAININGSENTSCHEID · GT45. Termin · Zeitbedarf: 1h
- Termin vorbereiten
- Termin einleiten und Erwartungshaltung fokussieren
- Erfahrungsaustausch
- Sicherung der Daten
- Phonem-Messung
- Datenauswertung
- Argumention der Technik und Bezugnahme der Versorgungsziele
- Entscheidung
- Abklärung möglicher Zuschüsse
- Unterlagen ausstellen
- TRAININGSENDE · GT5 6. Termin · Zeitbedarf: 0.5h
- Gehörtrainer zurücknehmen und Phonem-Messung durchführen
- Therapieplan abhandeln
- NACHKONTROLLE · NKX. Termin · Zeitbedarf: 0.5h
- Phonem-Messung durchführen
- Therapieplan abhandeln
ABLAUF DER KOJ®GEHÖRTHERAPIE
Die Basis jeder Gehörtherapie ist eine vollständige Gehöranalyse (GA). Ziel ist es, den Patienten über das Ausmass seines Hörverlustes aufzuklären. Der Hörverlust wird mit Hilfe von vier Messungen bestimmt und bildet die Grundlage für den individuellen Therapieplan.
Der Therapieplan legt den Ablauf der drei Phasen der KOJ®Gehörtherpie im Einzelnen fest (s. Anlage):
- Gehöranalyse GA
nur bei Bedarf:
Gehöranalyse 2 GA2
Phase A – Gehörtraining
- Trainingsbeginn GT1
- Trainingsanfang GT2
- Trainingsmitte GT3
- Trainingsentscheid GT4
nur bei Bedarf:
Trainingvergleich GT4.1
Phase B – Gehöradaption
- Trainingsende GT5
Phase C – Gehörstabilisierung
- Nachkontrolle NK
24H-CALL – In der Phase A ist es sehr wichtig, dass nach jedem stattgefundenen Termin, am darauf folgenden Tag, nachtelefoniert wird. Erkundigen Sie sich kurz nach der Zufriedenheit des Patienten. Ein paar aufmunternde Worte können über die ganze Versorgung entscheiden.

TRAININGSBEGINN · GT1
2. Termin · Zeitbedarf: 1,5h
Termin vorbereiten
Für diesen Termin benötigen Sie folgendes:
- Trainingshörsysteme (mit Ex-Hörern, Ohrstücken / Domes mit
Abstützungen, Batterien und Etui) - Zubehör (Trockenbox Reinigungstücher, Domes / Filter)
- Gehörtrainer (inkl. Ladekabel, Tragetasche, Stift, Mikrofaser-Tuch)
- Bedienungsanweisungen
Legen Sie alle kleineren Bestandteile in eine separate Box, damit auf dem Schreibtisch keine Unordnung entsteht.
GA rekapitulieren und Termin einleiten
Fragen Sie nach, ob es noch offene Fragen gibt bevor der Termin beginnt. Vermitteln Sie dem Patienten Sicherheit indem Sie kurz zusammenfassen, was der Termin T1 beinhaltet.
Gehörtrainer kalibrieren
Die Mehrzahl der Patienten steht dem Thema Hörgerät eher distanziert entgegen. Daher beginnen Sie zuerst mit dem Gehörtrainer. Dabei gehen Sie wie folgt vor:
- Bedienungsanweisungen lesen lassen
- den Nutzer durch die Symbole führen
- die Kalibrierung starten und nur bei Fehlverhalten eingreifen
- Programmieren Sie Trainingshörgeräte währenddessen
Anpassung
Während der Patient die Kalibrierung absolviert, haben Sie genug Zeit die Hörgeräte entsprechend KAS zu programmieren – halten Sie sich dabei an die einzelnen Schritte.
Wichtig: Wählen Sie grundsätzlich Hörgeräte der Kategorie B zum Start aus. Hierbei bewegen Sie sich in einem fianziell akzeptablem Rahmen und geniessen die Vorteile aktueller Hörgeräte-Technologie. Wählen Sie Hörgeräte wie Oticon Nera2Pro Design-Rite oder OPN3 Mini aus. Design-Geräte sollten Sie bevorzugen, sofern die Handfertigkeit und der Hörverlust des Patienten dies zulässt. Ist die Kalibrierung abgeschlossen, setzen Sie die Hörgeräte ein und gleichen diese entsprechend KOJ®Algoryt (minimal) ab. Lassen Sie den Patienten nicht die ganze Einstellung in Frage stellen – Sie sind der Fachmann.

Phonem-Messung
Messen Sie erneut das Hörverstehen (mit Hörgeräten) und vergleichen Sie die Ergebnisse der GA. Nutzen Sie die Verbesserung zur Argumentation, falls der Patient an der Einstellung „grössere“ Veränderungen wünscht.
Wichtiger Tipp: Nutzen Sie Suggestiv-Fragen und Kausalketten – bsp. „Sie möchten doch das Gehörtraining durchführen um wieder besser verstehen zu können. Die Hörgeräte, die wir Ihnen ausleihen gleichen dabei nur einen kleinen Teil Ihres Hörverlustest aus und durch diesen Ausgleich verstehen Sie bereits jetzt rund X% mehr. Ihrem Wunsch nachzukommen ist wirklich kein Problem, aber damit riskieren Sie das Ergebnis. Möchten Sie das wirklich, oder geben Sie der Sache eine Chance – ich bin mir ganz sicher, dass es in ein paar Minuten bereits spürbar besser für Sie sein wird. Was meinen Sie..?“
Gehörtraining erläutern
Weisen Sie den Patienten in die Handhabung des Gehörtrainers ein. Zeigen Sie ihm die typischen Fehlerquellen und sprechen Sie Mut zu.
Bitten Sie ihn darum, dass er sich möglichst viele Notizen macht. Dafür bietet sich das Hörtagebuch in dem Gehörtrainer an.
Trainingshörsysteme erläutern
Halten Sie diesen Punkt kurz und auf das wesentliche fokussiert: Die Handhabung, An-/ Ausschalten und die Reinigung. Legen Sie besonderen Wert auf das An-/Ausschalten, da dies den automatischen Anpassmanager sehr stark beeinflusst. Drucken sie die notwendigen Formulare für das Ausleihen aus und lassen Sie sich diese unterzeichnen.
Hörziele thematisieren
Repitieren Sie die in der GA besprochenen Hörziele und sensibilisieren Sie Ihren Patienten darauf, dass er in seinem Alltag und der nun anstehenden Probe auf seine Hörziele achten soll. Bestärken Sie ihn daran, dass er sich möglichst viele Notizen zu diesen Punkten machen soll – bsp. „(…) je mehr Sie mir an Feedback geben können, je besser werde ich Ihnen beim nächsten mal helfen können.“
Dokumentation
Notieren Sie sich, was mit Ihrem Patienten besprochen worden ist, was Sie ggf. mitgegeben haben und welche Besonderheiten relevant sind. Legen Sie die notwendigen Punkte in Akuwin an (Kundeneigenschaften / Aktivitäten).
✆ Nachsorge Anruf · 24h-Call
Nach jedem Anpasstermin · Zeitbedarf: 0,05h
Rufen Sie an…
Nehmen Sie sich am Folgetag einer Anpassung die Zeit und rufen Sie Ihre Patienten an. Das einfache Nachfragen wirkt oft Wunder, denn die Patienten fühlen sich dardurch bekümmert und in sicheren Händen. Auch bietet es Ihnen die Möglichkeit „Missverständnisse“ auszuräumen und bei Fehlverhalten schnell entgegenzuwirken oder zumindest für den nächsten Termin vorbereitet zu sein.
Stellen Sie Fragen wie:
- Wie weit sind Sie gekommen?
- Hat alles geklappt?
- Konnten Sie die Hörgeräte wie besprochen tragen?
- Loben Sie den Nutzer mit Sätzen wie: „Haben Sie keine Sorge, das machen Sie genau richtig so; Bleiben Sie dran.“
- Fangen Sie Probleme auf, mit Antworten wie: „Aha, das ist ja spannend, was meinen Sie woran das lag?“
- Zeigen Sie Verständnis und geben Sie Sicherheit mit Formulierungen wie: „Haben Sie keine Sorge, wir finden schon gemeinsam das Richtige für Sie; Schon zum nächsten Termin bereite ich Ihnen eine tolle Alternative vor…“
Nutzen Sie die Informationen zur Vorbereitung des nächsten Termins.
TRAININGSANFANG · GT2
3. Termin · Zeitbedarf: 0,5-0,75h
Termin einleiten
Vermitteln Sie dem Patienten Sicherheit und Klarheit indem Sie kurz zusammenfassen, was dieser Termin beinhaltet.
Erfahrungsaustausch
Sehr wichtig ist der Erfahrungsaustausch mit dem Patienten – wie hat er seinen Alltag und die erste Trainingswoche erlebt?
Erkundigen Sie sich nach der schwersten und der leichtesten Übung des Gehörtrainings. Fragen Sie nach, ob das Hörverstehen im Alltag besser wurde. Ob sich bereits eine Verbesserung bei den Versorgungszielen ge- zeigt hat.
Lesen Sie die Hörgeräte aus (Memory-Funktion), und kontrollieren Sie den Zustand (Reinigung, Pflege, Batterien).

Wichtig: Sie dürfen mit der Memory-Funktion keine „Kontrolle“ ausüben, denn kaum etwas ist unangenehmer als Kontrolle. Sie sollen stattdessen mit dem Patienten zusammen die erfassten Daten besprechen und bewerten.
Hörziele
Besprechen Sie die vereinbarten Hörziele. Lassen Sie sich eine aktuelle Note geben und reden Sie über die Erfahrungen bzw. die Begründungen. Versuchen Sie zu verstehen und zu respektieren, was für den Patienten relevant ist.
Phonem-Messung
Messen Sie erneut das Hörverstehen und vergleichen Sie die alle bisherigen Ergebnisse in einem Balkendiagramm.
Achten Sie bei der Auswertung der Phonem-Messung auf für den Hörverlust typische Fehler. Behalten Sie dabei den „Verlauf“ von bestimmten Fehlern bei den der wiederholten Messungen im Auge (bei einem Hochton-Hörverlust würde aus einem falschen AWA, ein AFA und später ein richtiges ASA werden). Gehen Sie erst jetzt auf etwaige „grössere“ Veränderungswünsche ein.
Wichtig: Wenn Sie nicht auf die Wünsche und Bedürfnisse des Patienten, oder nicht auf dessen Grenzen eingehen, werden Sie den Fall verlieren. Fordern Sie ihn, aber überfordern Sie ihn nicht.
Wechsel des Hörgerätes
Tauschen Sie das Hörgerät gegen ein anderes aus. Zu empfehlen ist tendenziell die Kategorie A, sofern diese Kategorie im finanziellen Budget des Patienten ist. Stellen Sie eine Alternativ-Frage, bsp.: „Ich habe Ihnen für heute zwei Alternativen vorbereitet, um Ihren Wünschen gerecht zu werden. Wir könnten (1.) ein einfacheres Hörsystem erproben und schauen, ob Sie die aktuellen Werte damit halten können. Oder aber wir probieren (2.) ein besseres Hörsystem aus, mitdem wir genauer auf Ihre Bedürfnisse (… XYZ …) eingehen können. Mein Rat für heute ist Letzeres, aber ich möchte die Entscheidung Ihnen überlassen. Was meinen Sie…“
Tipp: Besprechen Sie den fianziellen Rahmen – versuchen Sie mit Feingefühl zu bestimmen, ob der Nutzer sich die jeweilige Kategorie leisten kann. Bleiben Sie mit Ihren Empfehlungen immer in dem Rahmen, der für den Patienten fianzierbar bleibt, da Sie ihn sonst verlieren werden.
Trainingsmotivation
Die nächste Trainingsetappe wird spürbar anspruchsvoller, da i.d.R. nach 8-12 Lektionen neue Übungskonstelationen angeboten werden. Motivieren Sie ihn dazu, gewissenhaft „dran-zu-bleiben“. Erwähnen Sie, dass Sie zum nächsten Mal wieder zwei Alternativen vorbereiten werden, sich Ihr Patient deswegen genau auf konzentrieren soll, was die aktuellen Test-Hörgeräte besser können, wie die letzten.
Dokumentation
Notieren Sie sich, was mit Ihrem Patienten besprochen worden ist, was Sie ggf. mitgegeben haben und welche Besonderheiten relevant sind. Legen Sie die notwendigen Punkte in Akuwin an.
✆ Nachsorge Anruf · 24h-Call (Rufen Sie einfach an …)
TRAININGSMITTE · GT3
4. Termin · Zeitbedarf: 1h
Termin analog zu T2 vorbereiten
Folgen Sie den einzelnen Schritten wie zum Termin T2 beschrieben. Werden Sie in dem Termin allerdings konkreter – d.h. bieten Sie bei Problemen oder Wünschen produktbezoge Hilfestellung an. Empfehlen Sie konkrete Schritte bzw. konkrete Hörgeräte.
Vermeiden Sie den extremen Sprung von Kategorie A auf C. Empfehlen Sie stattdessen besser von A auf BC zu gehen, sofern dies überhaupt gewünscht ist. Wenn Sie eine klare Tendenz sehen, dann sollten Sie dem Patienten dies Mitteilen und ihm zu einer weiteren Probe diesen Favorieten mitgeben.
Vergleichsanpassung
Passen Sie nun die letzen Vergleichsgeräte an. Gehen Sie dabei stärker wie bisher auf die Wünsche Ihres Patienten ein – aber verwerfen Sie dabei nicht alles, was an Lautstärke-Toleranz erarbeitet wurde. Sobald Sie die „richtige“ Einstellung gefunden haben geben Sie dem Patienten das Hörgerät zur Probe mit.
Sprechen Sie erneut die Versorgungsziele an und finden Sie heraus, ober der Patient eine qualitativ hochwertigere oder günstigere Lösung wünscht – und auch warum.
- Ist es eine Frage des Budgets, schlagen Sie Ratenverträge vor (bei erstellten Offerten wird automatisch eine Variante der Ratenverträge berechnet) und sprechen Sie in dem Fall nur noch X CHF im Monat, statt von einem Kaufpreis.
- Steht die Qualitat im Fokus, geben Sie Ihrem Patienten zu verstehen, dass Sie sich darüber „Gedanken machen werden und beim nächsten Termin eine dementsprechende Lösung vorbereiten werden“.
Tipp: Wenn Sie mit Kategorie A ein besseres Ergebnis wie mit Kategorie B erreichen, dann erläutern Sie dem Patienten, dass er bei der Probe zu BC kein bessere Ergebnis erwarten darf, sondern maxmial die selben wie mit B. Fragen Sie ihn offen, ob er auch mit einem schlechteren Ergebnis einverstanden wäre, wenn er dafür die Kosten reduzieren kann – bsp. „Ist es Ihnen Wert ….?“.

Vorbereitung GT3
Nutzen Sie den in der Regel sehr positiven GT3-Termin um den GT4 vorzubereiten. Erklären Sie anhand des Therapieplanes, dass als nächstes die Auswertung der ersten Häflte des Trainingsprogrammes und die Auswahl des richtigen Hörgerätes ansteht. Motivieren Sie Ihren Patienten dafür, dass er sich einen „Wunschzettel“ schreibt: „was soll mein zukünftigen Hörgerät besonders gut können und was will ich im 2. Trainingsteil erreichen bzw. steigern“. Erinnern Sie ihn nochmals an die Hör- bzw. die Versorgungsziele. Sprechen Sie Ihrem Patienten Sicherheit zu, in dem Sie bsp. betonen „Sie können keine falsche Entscheiung treffen, alle erprobten Hörgeräte kommen für Sie in Frage. Ich achte schon darauf, dass Sie für die Zukunft gut ausgestattet sind …“.
Abschlussmotivation
Die Motivation ist eine entscheidende Voraussetzung dafür, dass sich der Patient auch mit den anspruchsvolleren Übungen auseinandersetzt. Weisen Sie ihn zum Abschluss des Termins auf die Steigerung in der letzten Trainingsetappe hin.
Abschluss vorbereiten
Weisen Sie dem Patienten darauf hin, dass beim nächsten Termin der Erfolg aller Hörgeräte-Versorgungen besprochen wird um das richtige Hörgerät zu bestimmen. Bitten Sie ihn daraum, dass er mit offenen Ohrne durch seinen Alltag geht und sich möchist viele Notizen dazu macht, wo der Unterschied zwischen der verschiedenen Hörgeräten liegt.
✆ Nachsorge Anruf · 24h-Call (Rufen Sie einfach an …)
TRAININGSENTSCHEID · GT4
5. Termin · Zeitbedarf: 1h
Termin vorbereiten
Konnten Sie in Erfahrung bringen, was sich der Patient wünscht?
Termin einleiten und Erwartungshaltung fokussieren
Vermitteln Sie dem Patienten Sicherheit und Klarheit indem Sie kurz zusammenfassen, was dieser Termin beinhaltet. Nutzen Sie die Situation um die Erwartungshaltung des Patienten zu beeinflussen, indem Sie mit Selbstverständlichkeit in die 2. Trainings-Phase B einleiten.
Erfahrungsaustausch
Wie bereits erläutert ist es wichtig, dass Sie den aktuellen Stand Ihres Patienten in Erfahrung bringen.
Wichtig: Loben Sie sein Engagement und besprechen Sie dabei seine Versorgungsziele und Erwartungen.
Sicherung der Daten
Lesen Sie die Daten des Gehörtrainers aus. Die Daten sind in erster Linie für uns relevant, nicht für den Patienten – signalisieren Sie Ihrem Patienten, dass nur vollständige Daten sinnvoll ausgewertet werden können (d.h. Gehörtrainer, Memory-Funktion und Phonem-Messung). Lesen Sie wieder die Memory-Funktion aus, reinigen Sie die Technik und kontrollieren Sie die Batterien.
Phonem-Messung
Messen Sie nun (zum fünften mal) das Hörverstehen und erstellen Sie wieder das Balkendiagramm. Achten Sie im Besonderen auf für den Hörverlust typische Fehler (S,Z,F bei Hochton-SH oder B,W,D,G bei Tiefton-SH) und überdenken Sie bei Bedarf die derzeitige Program- mierung. Loben Sie den derzeitigen Stand, kommunizieren Sie dezent, dass sie das (gute) Ergebnis gemeinsam erarbeitet haben.
Datenauswertung
Drucken Sie alle Auswertungen und Messungen aus und gehen Sie mit dem Patienten schritt für Schritt durch. Loben Sie ihn für seine erbrachte Leistung und geben Sie ihm ein gutes Gefühl dabei. Verknüfen Sie argumentativ die Fortschritte mit der Hörgerätetechnik und geben Sie den Ausblik auf die 2. Trainingsphase (bsp. „…bei der Sie nochmals mit den Ihren eigenen Hörgeräten trainieren können, um noch weiter Ihr Hörverstehen zu stärken“).
Argumention der Technik und Bezugnahme der Versorgungsziele
Bevor Sie über (weitere) unterschiedliche Hörgeräte sprechen, fragen Sie Ihren Patienten nach seinen aktuellen Erfahrungen. Lenken Sie dabei das Gespräch bei einem sinnvollen Hörgerät auf die erreichten Versorgungsziele und bei einem weniger sinnvollen Hörgerät darauf, wie mit anderen Hörgeräten bereits diese Ziele erreicht wurden (oder durch andere erreicht werden können). Verdeutlichen Sie die qualitativen Unterschieden anhand der Bandbreite und der Genauigkeit in Kombination des Hörtests.
- Die Bandbreite zeigen Sie am besten mit dem Audiogramm auf: Decken Sie dafür ab, was bei einer geringen Bandbreite nicht übertragen wird und zeigen Sie auf, was bei einer hohen Bandbreite übertragen wird (nutzen Sie bei interessierten Patienten Spektrogramme).
- Die Genauigkeit erklären Sie in einem zweiten Schritt, in dem Sie aufzeigen, dass die individuelle Hörkurve den Patienten bei einfachen Hörgeräten nur an bsp. nur 4 Punkten grob angegangen wird, bei hochwertigen Hörgeräten bsp. an 40 Punkten genau ausgeglichen werden kann.

Besprechen Sie die Erwartungshaltung und die Versorgungsziele. Verdeutlichen Sie die qualitativen Unterschieden der verschiedenen Techniken anhand der Bandbreite und der Genauigkeit in Kombination des Hörtests. Setzen Sie auch den Preis in Relation für das Ergebnis und zeigen Sie auf, was alles zu den Leistungen von KOJ gehört.
Wichtig: Der Patient möchte geführt werden – vergessen Sie dies nicht. Lassen Sie ihn die jeweiligen Entscheidungen treffen, aber bestimmen Sie, was zur Entscheidung steht. Vermeiden Sie offene Fragen wie bsp, „Möchten Sie nun ein Hörgerät kaufen?“ und verwenden Sie stattdessen Alternativfragen wie bsp. „Ist das eine oder das andere das richtige Hörgerät für Sie? Ich raten Ihnen eher zu dem einen, denn damit haben Sie (…XYZ…) und bestens auch für die Zukunft gerüsstet.“
Entscheidung
Bedenken Sie die richtige Frageform bsp. bei undefinierbaren Patienten-Aussagen offene Gegenfragen wie „Gut Herr X, was wünschen Sie sich den noch weiteres?“ und gehen Sie dann schnell zu der Alternativfrageform über bsp. „Dann fasse ich das jetzt nochmal zusammen. Eigentlich sind Sie zufrieden und wir haben Ihre Versorgungsziele bestmöglichst realisiert und es haben sich zwei sinnvolle Hörgeräte herauskristallisiert. A war etwas besser im Verstehen, B hat ihnen im Alltag besser gefallen. Ich rate Ihnen zu B, die Entscheidung treffen aber Sie – möchten Sie lieber A oder B behalten?“.
Abklärung möglicher Zuschüsse
Falls dem Patienten ein Zuschuss zusteht, empfehlen Sie die Kontaktaufnahme zu einem uns bekannten HNO-Arzt. Falls ihm kein Zuschuss zusteht, dann kommunizieren Sie ihm dies deutlich (und machen keine falschen Hoffnungen).
Unterlagen ausstellen
Ist die Entscheidung getroffen, lassen Sie sich dies auf der dementsprechenden Offerte unterzeichnen.
Empfehlen Sie in jedem Fall unsere Verlustversicherung. Auch falls keine gewünscht ist, legen Sie uns den Unterlagen ein passendes Formular und eine Offerte bei.
Termin zur Nachkontrolle (GT5) vereinbaren
Vereinbaren Sie einen Termin zur Rückgabe des Gehörtrainers und zur Nachkontrolle in 30 Tagen.
TRAININGSENDE · GT5
6. Termin · Zeitbedarf: 0.5h
Gehörtrainer zurücknehmen und Phonem-Messung durchführen
Werten Sie alle Daten ein weiteres mal aus bestärken Sie den Patienten in seiner getroffenen Entscheidung. Sensibilisieren Sie ihn weiter für die aktive Nutzung seiner Hörgeräte und die damit einhergehende Pflege und Wartung.
Therapieplan abhandeln
Entsprechend des vereinbarten Dienstleistungs-Paketes sind die nächsten Nachkontrollen vorgegeben. Füllen Sie das Blatt aus, sofern Sie es noch nicht gemacht haben und vereinbaren den nächsten Termin zur Nachkontrolle.
NACHKONTROLLE · NK
X. Termin · Zeitbedarf: 0.5h
Phonem-Messung durchführen
Sprechen Sie mit Ihrem Patienten über seine Erfahungen und messen Sie sein Hörverstehen. Wenn Sie Optimierungspotinzial erkennen, dann helfen Sie Ihrem Patienten dementsprechend. Fragen Sie nach, ob er alle erforderlichen Utensilien noch hat, oder, ob er neues Material erwerben möchte.
TIPP: Denken Sie auch an die Möglichkeiten von Zubehör. Manchmal ist es wenseltich einfacher einem unzufriedenem Kunden einen Kopfhörer oder einen Streamer anzupassen, wie immer wieder ein TV-Programm einrichten zu wollen.
Therapieplan abhandeln
Entsrechend der ausgewählten Dienstleistung existiert ein individueller Therapieplan. Halten Sie sich grundsätzlich an die Intervall-Struktur, sollte Ihr Patient zwischenzeitlich einen Bedarf haben, dann helfen Sie ihm natürlich trotzdem.